Wreckfest, das Anti-Gran Turismo :) Teil 1

Seit ich ein kleiner Junge bin, träume ich davon, mit einem Auto mal so richtig die Sau rauszulassen. Aber nicht mit einem auf Hochglanz polierten, für normal Sterbliche unerschwinglichen PS-Monster Gummi auf dem Asphalt zu lassen und dauernd auf deren Unversehrtheit zu achten, das wäre mir etwas zu öde.

Nein, es sollte schon ein ausrangierter Allerweltskarren sein, mit dem ich im Gelände rumkacheln kann und der auch mal eine Beule verträgt. Am besten noch mit (oder gegen) andere Schrotthaufen, die man auch mal mit Schmackes von der Strecke schubsen kann. Oder im besten Falle auch mal gewaltsam die Fahruntüchtigkeit der gegnerischen Autos in einer Arena herbeiführen. Das wäre was!!

Der Wreckfest Titelbildschirm zeigt schon, was auf einen zu kommt 🙂

Seit im August 2013 von der finnischen Spieleschmiede BUGBEAR die Ankündigung für das “Next Car Game” kam, war ich von der Idee angefixt, virtuell das Blech fliegen zu lassen. Hatte es doch seit Destruction Derby und Test Drive Eve of Destruction schon ewig keine Spiele mehr gegeben, wo man seine Gegner übelst zerschrotten kann. Die ersten Videos sahen auch sehr vielversprechend aus. Kein Wunder, BUGBEAR hatte doch mit den ersten beiden Teilen der  Flatout Serie schon ordentlich Lorbeer eingeheimst.

5 Jahre später verlässt das mittlerweile in “Wreckfest” umbenannte Spiel bei Steam die Early Access Phase und heimst bei Metacritic.com einen Score von 80 ein. Und ich muss Euch ja wohl nicht sagen, dass ich auch gleich am erstmöglichen Tag die XBOX One Version (erscheint leider erst 2019) vorbestellt habe 🙂

Features sind die Single-Player Kampagne, ein Event-Creator, ein eingebauter Multi-Player-Modus, Steam Workshop-Anbindung (ja, es kann gemoddet werden was das Zeug hält!), und ständige Weiterentwicklung. So wurde gerade erst noch anderes Wetter angekündigt. Wer will auch schon immer nur virtuellen Sonnenschein? 🙂

Die Autos

Glücklicherweise verwendet Bugbear keine lizensierten Fahrzeugmodelle, sondern allesamt selbst kreierte Schlitten. Die aber noch immer so designt sind, dass man meint, man hat den Wagen schon mal gesehen, kommt aber gerade nicht auf den Namen des Herstellers. Die Modelle sind auch aus verschiedenen Regionen der Welt, so das man in der Kampagne mit abwechslungsreichen Rennserien aufwarten kann.

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Daher kann man hier auch ein Schadensmodell erwarten, das seinesgleichen sucht. Soviel fliegende Einzelteile pro Crash hat die Welt noch nicht gesehen. Manchmal fragt man sich, wie die virtuellen Fahrer das lebend überstehen können. Und auch die Peripherie ist komplett zerstörbar und lädt auch schon mal zu einem kleinen Umweg abseits der Strecke ein, weil hier demolieren einfach Spaß macht.

Mal ehrlich, wer hat bei diesen Bildern keine Lust, da mal mit zu mischen und tonnenweise Blech zu schrotten?

Zudem glänzen die verschiedenen Modelle auch mit unterschiedlichen Fahreigenschaften, man merkt also schon, ob man hier ein frontgetriebenes Kleinwägelchen oder einen allradgetriebenen Van fährt. Vor allem die Effekte beim Einschlag in andere Fahrzeuge oder die vielfältigen Streckenbegrenzungen sind wunderbar nachgestellt. Und natürlich kann man aufrüsten. Sowohl optisch mit Lack und Decals als auch technisch mit einzelnen Motorkomponenten , Panzerung und verschiedenen Gimmicks wie ein Hackebeil im Dach oder ein Haifisch am Heckfenster. Allerdings gestaltet sich der Weg zu einem voll aufgerüsteten Renner teilweise schon als ziemliches Grinding.

Die Strecken und Arenen

Damit die Kampagne nicht allzu langweilig wird, gibt es reichlich  Strecken und Arenen, wo man sich austoben kann. Diese unterscheiden sich größtenteils durch die Straßenbeläge und das Erscheinungsbild.

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Stadtkurs, Dirttrack, Rundkurs mit einer 8, es ist für jeden etwas dabei. Dabei sind alle Kurse sehr realistisch gestaltet und verlangen dem Spieler teilweise einiges an Fahrkunst ab.

Überhaupt ist das Spiel ein echter Hingucker geworden, man sieht ihm sein “Alter” keineswegs an. Vor allem die liebevoll gestalteten Kulissen laden auch mal zu genauem Betrachten ein.

Ich muss jetzt wieder auf die Strecke, es juckt mich in den Fingern 🙂

Im 2. Teil Meines Berichtes erfahrt Ihr einiges über den Single-Player Teil des Spiels. Bis dahin!